
Was sind Algorithmen?
Algorithmen. Ein Wort, das im digitalen Zeitalter ständig durch die sozialen Medien geistert. Und diese Muster werden für Konsumentinnen und Konsumenten online immer wichtiger. Tatsächlich sind Algorithmen inzwischen so präsent, dass selbst ältere Nutzerinnen und Nutzer sie erkennen und gezielt einsetzen. Daten des Branchendienstes PYMNTS zeigen, dass digitale Transaktionen oft in durchgehenden Smartphone-Sitzungen stattfinden, häufig beim Hin- und Herspringen zwischen Apps wie Instagram, Amazon Prime und dem Online-Banking. Genau von dieser Aktivität leben Algorithmen.
Wenn eine mögliche Kundin auf ein attraktives Instagram-Angebot stößt, springt sie wahrscheinlich in ihre Banking-App, prüft ihre Finanzen, kehrt zu Instagram zurück und kauft. Die Anzeige ist nur einen Moment lang da, und das weiß sie. „Nur für kurze Zeit!“ Bequemlichkeit und Timing sind für viele genauso wertvoll wie das Produkt selbst. Oft hängt so ein Kauf an einem Reel oder einer Anzeige in einer flüchtigen Story oder in den Empfehlungen. Und genau diese Zugänglichkeit bringt Verkäufe.
Der Boom der mobilen Käufe
Die Sitzungen am Smartphone sind durchweg deutlich länger geworden, die meisten Menschen verbringen mehrere Stunden am Tag am Gerät — weil uns nun einmal fesselt, was unsere Aufmerksamkeit greift. Links und Anzeigen, geformt von einem sich ständig verändernden Algorithmus, tauchen alle paar Fingertipps auf, und je genauer die Werbung zugeschnitten ist, desto wahrscheinlicher wird geklickt. Und selbst wenn am Ende nicht gekauft wird, bleibt messbarer Traffic für den Onlineshop. Sichtbarkeit. Reichweite.
Hinzu kommt: Dein digitaler Fußabdruck als Unternehmerin oder Unternehmer wurde von diesen datenhungrigen Plattformen über Monate oder sogar Jahre längst bewertet. Das heißt, dass sich ständige, lästige Bonitätsprüfungen und Hürden bis zur Freigabe teilweise umgehen lassen — jedenfalls ansatzweise. Zumindest hast du dich selbst benotet, ohne es zu merken, und dein Engagement wächst mit jeder weiteren Information, die du veröffentlichst.

Händler: werdet aktiv
Dein Algorithmus ist jetzt Richter, Geschworener und Vollstrecker in einem. Die Informationen über dein Publikum liegen bereits sortiert in deinen Impressions-Statistiken. Bleibt nur noch, die Zahl der Shop-Besuche ins Verhältnis zu diesen Kennzahlen zu setzen. Das misst, wie wirksam du dein Geschäft skalierst und wie du mehr aus deinen Investitionen in Social Media herausholst. Seit den Anfängen des Internets ernten diese Unternehmen deine persönlichen Daten, ohne dich dafür zu entschädigen. Warum also nicht dieselben Daten zu deinem Vorteil nutzen und dein Geschäft auf diesem „Zeugnis der sozialen Medien“ aufbauen? Am Ende geht es um Ruf, oder? Du willst der vertrauenswürdige Anbieter sein, den Stammkundinnen immer wieder im Bekanntenkreis weiterempfehlen.
Was also tun? Baue eine glaubwürdige Präsenz in den sozialen Medien auf. Ob du direkt über diese Plattformen verkaufst, bleibt dir überlassen. Entwickle aber einen Auftritt, der nicht nur zeigt, dass deine Produkte vertrauenswürdig sind, sondern auch neue Kundschaft anzieht und Mundpropaganda für deinen Onlineshop anstößt.