
Der Überblick
Stripe verändert seinen Kurs. In den vergangenen Wochen hat der Abwicklungsriese seine bisherigen Beschränkungen für Hochrisiko-Händler gelockert und bietet seine Dienste nun auch den Märkten für CBD, Dating und Glücksspiel an. Vor dem zweiten Quartal dieses Jahres hat Stripe Unternehmen mit solchen Produkten nicht freigegeben. Um den Wettbewerb mit strengeren Anbietern zu verschärfen, mischt das Unternehmen jetzt mit.
Auf den ersten Blick ist diese überraschende Wende attraktiv, besonders für alle in schwankungsanfälligen Märkten. Es gibt aber Einschränkungen. Stripe ist dafür bekannt, eine Vielzahl neuer Händler ohne echte Risikoprüfung freizugeben und die Zufriedenheitsdaten neuer Kunden nicht zu untersuchen. Sobald sich dann Chargebacks, irreführende Werbung oder Abrechnungsspitzen zeigen, werden Gelder einbehalten oder das Konto komplett geschlossen. Daran dürfte sich nichts ändern, diese Erwartungen bleiben also genauso streng, wenn nicht strenger. Letztlich taucht Stripe die Zehen in einen lange gemiedenen Markt — und das wird etwas in Bewegung bringen.
Genauer hingeschaut
Stripe nimmt 2,9 % je Transaktion plus eine Festgebühr von 30 Cent. Das bleibt eine vergleichsweise niedrige Provision, gerade weil Stripe nichts für neue Konten oder langfristige Abos verlangt. Berechnet wird nur, wenn ein Verkauf stattfindet. Bei der durchweg risikoarmen Kundschaft, die Stripe bisher vertrat, wäre das nicht anders. Nun, mit CBD, Dating und Glücksspiel im Spiel, bleibt es dabei: gleicher Satz für alle. Wirksame Abwicklung ist für jeden Händler entscheidend, denn ein Chargeback kostet zusätzlich stolze 15 Dollar. Dazu kommen Wechselkurse und internationale Karten mit 1 % obendrauf, was die Rendite je nach Art des Verkaufs weiter drückt.
Im Vergleich verlangen die Schwergewichte im Hochrisikobereich verhältnismäßig mehr für dieselbe Leistung, was aber vor allem am Risiko dieser volatilen Waren liegt. Dort liegt die Grundgebühr bei 4 bis 8 %, mit ähnlichen Zuschlägen pro Transaktion und viel härteren Strafen bei Problemen wie Chargebacks, bis zu 50 Dollar. Abo- und Einrichtungsgebühren federn dein Risiko zusätzlich ab. Und jetzt, mit Stripe im Spiel, müssen diese Nischenanbieter womöglich neu rechnen.

Direkter Vergleich
Bei dieser neuen Entwicklung gilt es zu unterscheiden: Stripe wirkt vielleicht immer wie der günstigste Weg, besonders für Einsteiger. Hochrisiko-Anbieter sind teurer, dafür aber auch toleranter gegenüber den oben genannten Unwägbarkeiten.
Die finanzielle Trennlinie verwischt, sobald das Risiko steigt. Instabile Konten nach dem Onboarding, dazu Sicherheitseinbehalte, Zahlungsausfälle oder komplette Schließungen machen Stripe der teureren Konkurrenz viel ähnlicher, als es an der Oberfläche aussieht.
Die 5-%-Regel
Hier wird es praktisch. Wenn ein zu großer Anteil der Online-Transaktionen bestritten wird, konkret ab 5 %, kann Stripe dir Schwierigkeiten machen. Viele dieser Händler verkaufen bei ihren bestehenden Anbietern aber ungefähr in dieser Größenordnung. Gibt es also überhaupt Wettbewerb?
Viele Richtwerte in riskanten Branchen liegen tatsächlich deutlich über der wackeligen 5-%-Schwelle, bei Nahrungsergänzung und Erwachsenenware etwa bei 15 bis 20 % Rückerstattungen. Deshalb lohnt es sich, vorauszudenken: Warnsignale beobachten, mögliche Schließungen abfangen und Bewertungen im Blick behalten, während du wächst. Denk daran: Freigabe heißt nicht Stabilität. Für diese Anbieter ist der Ruf alles, also sollte er auch für dich oberste Priorität haben.
Händler, aufgepasst
Stripe hat die Bedingungen ausgeglichen. Die Karten liegen auf dem Tisch, und es gibt neue Möglichkeiten bei Preis und Zugang. Vieles bleibt aber, wie es war, und man kann nicht genug betonen, wie viel Druck diese Anbieter, Stripe eingeschlossen, in Sachen Compliance ausüben. Mit Betrugsrisiko und unzuverlässigen Verkäufern haben sie keine Geduld. Wenn dein Produkt für die Kundschaft ein hohes Risiko bedeutet, halte einen zweiten Anbieter bereit. Du wirst diesen Rückfall in diesem sich wandelnden E-Commerce-Markt früher brauchen, als du denkst.
Stripe ist als langfristiger Anbieter sicher nicht das Ende der Geschichte. Wenn überhaupt, ist es eine gute erste Stufe. Mach es zu einem Teil deines Stacks. Es ist nicht die Lösung für Einzelmodelle und kein Kanal für deine riskanten digitalen Produkte. Überlege genau, wie gründlich du deinen Anbieter prüfst, bevor du einsteigst.
Sprich mit einer Ansprechpartnerin bei Compaytence, die dich zum passenden Anbieter führt.